Das Hessen-Technikum ist ein 6-monatiges Studien- und Berufsorientierungsprogramm für (Fach-)Abiturientinnen, die sich für MINT-Fächer interessieren. Der nächste Durchgang startet an der Hochschule Darmstadt im Oktober 2016 und läuft bis Ende März 2017.

An vier Tagen pro Woche lernen Sie in einem bezahlten Unternehmenspraktikum das spätere Arbeitsleben in den MINT-Berufen kennen. An einem Tag pro Woche nehmen Sie am Schnupperstudium in der Hochschule teil.

In den sechs Monaten des Programms sammeln Sie vielfältige Praxiserfahrungen: Nach den ersten drei Monaten des Praktikums wechseln Sie in ein zweites Unternehmen und erleben so nicht nur zwei verschiedene Berufsfelder, sondern auch zwei verschiedene Unternehmen hautnah.

Zum Abschluss bekommen Sie eine Praktikumsbescheinigung der Unternehmen und ein Zertifikat der Hochschule. Mit diesen Unterlagen können Sie bei späteren Bewerbungen punkten.

In der Hochschule und auch in den verschiedenen Berufsfeldern gibt es viel zu wenige Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. In Studien wurde herausgefunden1) 2), dass viele Frauen zwar das Potential und auch das Interesse haben, ein MINT-Fach zu studieren, sie sich aber trotzdem nicht dafür entscheiden. Durch unser Programm soll diese Entscheidung gestärkt werden.

Umgekehrt ist es ja häufig genauso – dass beispielsweise in sozialen Fächern deutlich weniger Männer sind. Diese Stereotype sieht man immer wieder, es fehlt meistens an Vorbildern und konkreten Berufsvorstellungen.

 

1) Falk, Susanne; Kratz, Fabian; Müller, Christina (2014): Die geschlechtsspezifische Studienfachwahl und ihre Folgen für die Karriereentwicklung. (PDF)

2) Solga, Heike; Pfahl, Lisa (2009): Wer mehr Ingenieurinnen will, muss bessere Karrierechancen für Frauen in Technikberufen schaffen. (PDF)

Voraussetzung zur Teilnahme am Hessen-Technikum ist die allgemeine Hochschulreife, das Fachabitur oder die fachgebundene Hochschulreife. Die Abiturnote ist dabei nicht entscheidend.

Wichtig wird die Abschlussnote erst, wenn es anschließend um die Bewerbung um einen Studienplatz geht: Sogenannte zulassungsbeschränkte Fächer ("NC-Fächer") kann man nur mit einer bestimmten Mindestnote studieren. Ebenso kann man an einer Universitäten in der Regel nur mit Abitur studieren, an Fachhochschulen (die heutzutage meistens nur "Hochschulen" heißen) dagegen auch mit Fachabitur oder fachgebundenem Abitur.

Alles weitere zur Zulassung zum Studium erfährst du bei den jeweiligen Hochschulen.

Das Hessen-Technikum startet 2015 ausschließlich in Darmstadt. Hessenweit eingeführt werden soll es erst in den Folgejahren.

Da wir an der Hochschule eine qualitativ hochwertige Betreuung gewährleisten möchten, ist die Teilnehmerinnenanzahl begrenzt. Wir bieten in etwa so viele Plätze an, wie wir Kooperationsunternehmen haben. Doch auch hiervon kann es Ausnahmen geben, da manche Kooperationsunternehmen beispielsweise mehrere Plätze zur Verfügung stellen.

Das Tolle an MINT ist, dass es so vielfältig ist. Mit einem Abschluss in Maschinenbau oder Biotechnologie stehen zahlreiche berufliche Möglichkeiten offen - und nicht nur ein konkreter Beruf. 

Genau so ist es auch im Technikum: Die Technikantinnen lernen Tätigkeiten einer Ingenieurin, Biologin, Chemikerin, Elektrotechnikerin oder Informatikerin kennen, arbeiten in einem Labor oder einer Produktionshalle, haben Kundenkontakt oder entwerfen etwas am Computer. Sie testen also nicht einen Beruf aus, sondern erleben vielfältige Tätigkeiten im MINT-Bereich und erhalten einen breiten Einblick in zwei Unternehmen und die verschiedenen Abteilungen.

Das Praktikum findet an vier Tagen pro Woche im Unternehmen statt. Dabei sind die Technikantinnen in vorher festgelegten Abteilungen im Unternehmen im Einsatz und werden vor Ort von erfahrenen Mitarbeiter_innen betreut. Je nach Berufsbild und Unternehmen erhalten die Technikantinnen Einführungen in spezifische Themen wie zum Beispiel Elektrotechnik, Informatik, Robotik, Produktion oder Engineering und bekommen kleinere Aufgaben übertragen:

  • Das kann das Erstellen von Plänen in 3D oder das Programmieren von Simulationen sein 
  • Sind sie bspw. im Maschinenbau eingesetzt, erhalten die Technikantinnen Einblicke in die Arbeit mit Maschinen (z.B. Fertigung, Instandhaltung, Wartung, Reparatur)
  • Im Berufsbild „Elektrotechnik“ wiederum warten Einsätze in der Werkstatt, wo die Technikantinnen sich mit Elektrik, Mechanik, Hydraulik, Pneumatik auseinandersetzen.
  • Möglich ist auch der Einsatz in der Ausbildungswerkstatt eines Unternehmens – so lernen die Technikantinnen gleichzeitig Auszubildende oder Duale Studierende kennen, mit denen sie sich ebenfalls austauschen können.

Neben den praktischen Erfahrungen werden die Technikantinnen während ihres Praktikums im Unternehmen durch eine Mentorin/einen Mentor begleitet. Mit dieser Person findet in regelmäßigen Treffen ein intensiver Austausch rund um die Fragen der Technikantin zu Studienwahl, Berufsbilder, Entscheidungsmöglichkeiten uvm. statt.

Nach drei Monaten wechselt die Technikantin in ein zweites Unternehmen, um dort in ein anderes Berufsbild hineinzuschnuppern. Ablauf, Ausgestaltung und Rahmenbedingungen sind dabei die gleichen wie im ersten Praktikum.

Nach einem halben Jahr haben die Technikantinnen so zwei verschiedene Berufsbilder intensiv kennen gelernt und dabei erfahren, wie das Berufsleben im Anschluss an ein jeweiliges Studium aussehen kann.

Im Schnupperstudium, das an einem Tag pro Woche stattfindet, besuchen die Technikantinnen Einführungsveranstaltungen verschiedenster Studiengänge wie Informatik, chemische Technologie, Elektrotechnik oder Bauingenieurwesen.

Doch nicht nur das: Zusätzlich stellen die MINT-Fachbereiche der Hochschule ein eigenes Programm auf die Beine, damit die Teilnehmerinnen auch die Labore und Werkhallen auf dem Campus erkunden können, an Gesprächsrunden mit Professor_innen teilnehmen oder ein eigenes Projekt bearbeiten.

Nach einem halben Jahr haben die Technikantinnen so die sechs MINT-Fachbereiche kennen gelernt und wissen, welches Fach sie am meisten interessiert.

Begleitet wird dieser tiefgehende MINT-Einblick von einem Rahmenprogramm des Technikum-Teams: Hier stehen Angebote wie Soft Skills-Trainings, Berufsorientierungsmaßnahmen oder Unternehmensexkursionen an.

Das Hessen-Technikum ist ein Vollzeitprogramm über sechs Monate – daher bleibt für die Teilnehmerinnen in der Regel keine Zeit für einen Nebenjob. Aus diesem Grund – und weil der engagierte Einsatz der Technikantinnen Anerkennung verdient – empfehlen wir unseren Kooperationsunternehmen eine monatliche Vergütung des Praktikums in Höhe von 300-500 Euro. Der konkrete Betrag schwankt je nach Unternehmensgröße und Branche.

Hier sind weitere Informationen zu den Themen Kindergeld und Versicherung zu finden.

Im Bewerbungsprozess versuchen wir als Team - gemeinsam mit der Bewerberin - die für sie passenden Unternehmen auszusuchen. Anschließend führen die jeweiligen Unternehmensvertreter_innen noch ein Vorstellungsgespräch mit der werdenden "Technikantin", um Erwartungen und Vorstellungen abzugleichen. Nichtsdestotrotz kann es während des Praktikums überraschend dazu kommen, dass der Teilnehmerin der Praxisbereich nicht zusagt. In diesem Fall dienen die Projetkoordinatorinnen als erste Ansprechpartnerinnen und Vermittlerinnen - wenn es "gar nicht passt", kann das Praktikum natürlich jederzeit außerplanmäßig abgebrochen werden.

Die Technikantin hat im Unternehmen Anspruch auf Urlaub. Wie viele Urlaubstage ihr konkret zustehen, unterliegt der Regelung des einzelnen Praktikumsbetriebes.

Hier sollten die Technikantinnen bedenken, dass der Hochschultag jeden Mittwoch stattfindet - auch wenn sie sich im Unternehmen Urlaub nehmen. Es empfiehlt sich daher, den Unternehmensurlaub beispielsweise in die Weihnachtspause der Hochschule (19.12.2016-08.01.2017) zu legen.

Im Unternehmen gelten für die Technikantin im Krankheitsfall die gleichen Regelungen wie für die Beschäftigten. Bei Krankheit an einem Praktikumstag (i.d.R. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag) sind das Technikum-Team und das Unternehmen bis spätestens 9 Uhr morgens über den Ausfall zu informieren (formlos per Mail oder telefonisch). Im Krankheitsfall am Hochschultag (i.d.R. Mittwoch) ist nur das Technikum-Team zu informieren (in der gleichen Weise). Bei einer Krankheitsdauer von mehr als drei Werktagen ist dem Praktikumsunternehmen ein ärztliches Attest vorzulegen. Abweichende Regelungen der Unternehmen sind zwingend zu beachten (z.B. Vorlage des ärztlichen Attests am dritten Tag).

Wir empfehlen unseren Kooperationsunternehmen eine monatliche Vergütung des Praktikums von 300-500 Euro. Der konkrete Betrag schwankt je nach Unternehmensgröße und -branche.

Durch die Vergütung soll zum einen die Anerkennung für die erbrachte Leistung der Technikantin deutlich gemacht werden - aber zum anderen ist sie auch dazu da, um beispielsweise Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr zu finanzieren. 

Unsere Technikantinnen haben dabei noch einen zusätzlichen Vorteil: Der RMV (Rhein-Main-Verkehrsbund) bietet seinen vergünstigen Tarif für Schüler_innen und Auszubildende auch gesondert für unsere Teilnehmerinnen an! So zahlen die Technikantinnen bspw. für eine Monatskarte deutlich weniger als den regulären Erwachsenenpreis.

Teilnehmerinnen, die eine vergünstigte Monatskarte beantragen möchten, benötigen dazu vorher lediglich die Teilnahmebestätigung vom Hessen-Technikum sowie von ihrem Praktikumsunternehmen.

Weitere Infos zu Fahrkarten, Strecken und Tarifen finden sich auf den Seiten des RMV.

Kontakt

Koordinierungsstelle
Lena Loge M.A. 

Telefon 06151.16.37776
lena.logeh-da.SPAMPROTECTION.de

Projektleiterin
Prof. Dr. Yvonne Haffner
yvonne.haffnerh-da.SPAMPROTECTION.de

Hessen-Technikum
h_da – Hochschule Darmstadt
University of Applied Sciences

Besuchsadresse:
Schöfferstraße 12, Gebäude D20, Raum 1.11

Postanschrift: Haardtring 100, 64295 Darmstadt

infohessen-technikum.SPAMPROTECTION.de
www.hessen-technikum.de